Zwei außergewöhnliche Show-Bikes stimmen schon jetzt auf das bevorstehende Jubiläum ein, wenn Vespa im Jahr 2006 sein 60-jähriges Bestehen feiert. Bereits auf der EICMA-Messe 2005 in Mailand konnte ein internationales Publikum die Vespa LX-60 und die Vespa GT-60 live in Augenschein nehmen und das gelungene Retro-Design aus den 50er und 60er Jahren bestaunen.
Bei den nachfolgend beschriebenen Fahrzeugen handelt es sich vorerst um Show-Bikes, also Prototypen und keine Serienfahrzeuge.

Die erste Vespa von 1946 war ein echtes Meisterstück. Schon nach wenigen Jahren stand der Name Vespa und die einzigartige Konstruktion des Fahrzeugs als Synonym für den europäischen Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg. Im Laufe der Jahrzehnte avancierte der Roller mit seinem typisch italienischen Design überall auf der Welt zur Ikone einer Jugend, die ihre neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen genießen konnte. Die Väter der ersten Vespa waren geniale Flugzeug-Konstrukteure, nach deren Überzeugung sich die Form stets der Funktion unterordnen musste - ein Leitsatz übrigens, der in der Luftfahrttechnik bis heute Bestand hat.
Und bis heute blieben Grundkonzept und Design unverändert, obwohl die Technik unter dem Chassis kontinuierlich weiterentwickelt wurde. So ist die Vespa immer noch unverwechselbar und steht selbst nach 60 Jahren für ein innovatives Produkt. Sie ist ein exzellentes Beispiel dafür, dass ein gutes Konzept, ein funktionelles Design und fortschrittliche Produktionstechniken nach wie vor zum Erfolg führen. Darüber hinaus stieg die Vespa in den vergangenen Jahrzehnten zu einem weltweit bekannten Kultobjekt auf. Die attraktive Italienerin übernahm in zahlreichen Filmen eine tragende Rolle, zierte unzählige Werbefotos, wirkte bei vielen Image-Kampagnen mit und ist auf Kunst- und Designausstellungen ein immer gern gesehener Gast.
Nun ist die Zeit gekommen, den 60. Geburtstag gebührend zu feiern. Für eine erste Einstimmung sorgen die beiden Show-Bikes Vespa GT-60 und Vespa LX-60. Mit zeittypischen Design-Elementen und technischen Komponenten interpretieren beide Roller den Stil der 50er und 60er Jahre neu und beweisen, dass die klassische Formgebung der Vespa keineswegs eine Modeerscheinung war.
Dabei sind Vespa GT-60 und Vespa LX-60 weit mehr als eine Reminiszenz an ihre Vorgänger, liefern sie doch ein modernes und zeitgemäßes Beispiel für italienisches Design und Kreativität.
Vespa GT-60
Die GT-60 ist eine Hommage an die erste Vespa von 1946 und basiert auf der GTS 250. Als 140. Vespa-Modell der Firmengeschichte bildet die GTS 250 i.e. die ideale Grundlage für das Design-Experiment. Während die typische konstruktive Basis wie das Stahlblech-Chassis unangetastet bleibt, konzentrieren sich die Modifikationen auf stilistische Details sowie auf den Einsatz moderner Antriebs- und Fahrwerkskomponenten, die den heutigen Stand der Technik repräsentieren.

Beim ersten Prototypen des Jahres 1946 war der Scheinwerfer auf dem vorderen Schutzblech angebracht, erst Mitte der 50er Jahre wanderte er hinauf an den Lenker. Mit der erneuten Platzierung auf dem vorderen Schutzblech greift die GT-60 das Design ihres Urahns auf, auch wenn der Scheinwerfer in Größe und Technik den modernen Anforderungen der GTS 250 entspricht.
Wer sich an die erste Vespa erinnern kann, findet im unverkleideten Rohrlenker der GT-60 eine weitere Gemeinsamkeit. Dieses Merkmal war typisch für die Motorräder und Vespa-Roller der 50er-Jahre, wenngleich der Lenker der GT-60 moderne Armaturen und Schwingungsdämpfer aufweist. Eine ähnliche Symbiose kennzeichnet das Cockpit. Das Rundinstrument mit klassischem Zifferblatt beherbergt ein modernes, elektronisch gesteuertes Display, das alle notwendigen Informationen an den Fahrer weitergibt.

Während die ersten Vespen mit Einzelsitz vom Band liefen und meist erst nachträglich für den Zweipersonen-Betrieb umgerüstet wurden, bietet die GT-60 bereits ab Werk zwei Personen Platz. Fahrer und Sozia finden aber keine übliche Doppelsitzbank vor, sondern lassen sich auf zwei kunstvoll gefertigten, Leder bezogenen Einzelsitzen nieder.

Selbst die Farbgebung der GT-60 erinnert an längst vergangene Tage, denn auch das Jubiläumsmodell ist in Anlehnung an die alten Flugmaschinen grau lackiert. Das Finish erfolgte allerdings in einer Metallic-Qualität, die sich in Sachen Glanz und Tönung deutlich von den Anstrichen der 50er Jahre unterscheidet.
Vespa LX-60
Die Vespa LX-60 basiert auf der jüngsten LX-Version des Jahres 2005, greift aber die Formgebung der 60er-Jahre auf. Dieses Jahrzehnt steht nicht nur für die wirtschaftliche Blütezeit, sondern auch für eine Dekade der kulturellen Revolution, in der sich die Jugend von etlichen Zwängen der damaligen Zeit befreite. Für diese Generation war und ist die Vespa das Symbol für Freiheit und Mobilität.

Wie die Vespa GT-60 weist auch die LX-60 im Wesentlichen Detail-Modifikationen auf, die dem Stahlblech-Chassis behutsam angepasst wurden. Wie damals prangt der Scheinwerfer oben am Lenker, ist nun jedoch deutlich schlanker geformt. Diese Lösung betont den minimalistischen Charme des unverkleideten Lenkers und lässt die Frontpartie des Rollers insgesamt leichter erscheinen.

Das Analog-Instrument im Cockpit ist von einem verchromten Rahmen eingefasst und erinnert in seiner grafischen Gestaltung an den Stil der 60er Jahre.

Feines Leder ziert sowohl die Lenker-Enden als auch die Sitzbank, die wie seinerzeit üblich zweiteilig ausgelegt ist. Der Brückenschlag zwischen gestern und heute gelingt also auch diesem Modell in überaus attraktiver Weise.
Eingetragen am: Montag, 12. Dezember 2005 Besuche: 16461
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